MARTA-PRESS

Jana Reich: "Die harte Show. Leben und Illusionen in der Sexindustrie"
   
  In diesem Buch wird den Menschen Raum gegeben, die in der heterosexuellen Sexindustrie tätig sind oder waren und somit ExpertInnen zum Thema Sexindustrie sind. Es geht zum einen um die Biografien von namhaften und weniger bekannten Prostituierten (zum Beispiel Rosemarie Nitribitt, Valerie Solanas, Jeanne Cordelier, Andrea Dworkin, Carla Corso, Ellen Templin, Christiane F., Domenica, Annie Sprinkle u. a.), um kaum bekannte Bordellbetreiber/innen und Sexkäufer. Zum anderen geht es um die Konstruktion dieser illusorischen Welt zum Wohlbefinden des Mannes, wozu - neben den Frauen - Sprache, Symbole, Regeln, Mythen und Räume genutzt werden.
Erst durch den Blick hinter die Kulissen kommt zum Vorschein, dass sich Prostitution - entgegen propagierter Klischees - als ein äußerst konservatives gesellschaftliches Modell zeigt, basierend auf Illusionen, Lügen und Geheimnissen, in das die Doppelmoral integriert ist, die merkwürdigerweise seitens der LobbyistInnen der Sexindustrie jedoch ständig der "bürgerlichen" Außenwelt vorgeworfen wird. 
Was für Männer bewegen sich in dieser Welt und warum entscheiden sich Frauen - rational gesehen - dafür, neben eventuell ökonomischen Zwängen Teil dieser Konstruktion zu sein?
Mit Feminismus, freier Sexualität oder sexueller Vielfalt hat das ganze recht wenig zu tun, denn Prostitution bedient sich patriarchaler Strukturen, um mit ihnen und in ihnen Geld zu verdienen. Prostituierte werden (auch) dafür bezahlt, genau diese patriarchale konstruierte illusorische Welt aufrecht zu erhalten. Nicht wenigen von ihnen ist genau dieses bewusst. Prostitution stützt die Diskriminierung von Menschen durch seine Strukturen, durch seine längst überholten Rollenbilder von Frauen und Männern, seinen Sexismus und durch seine Propagierung einer unfreien Sexualität, die aber unter dem Label einer "freien Sexualität" verkauft wird.
   

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