Der Kommunist Leon Roth (1911-1937)

Der Kommunist Leon Roth (1911-1937)
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160 Seiten

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Dieser Artikel erscheint am 18. März 2023

  • MP10044
  • 2023
  • Jana Reich
Sein ganzes junges Leben lang war Leon Roth ein engagierter Kommunist. Bis er 1937 durch... mehr
"Der Kommunist Leon Roth (1911-1937)"

Sein ganzes junges Leben lang war Leon Roth ein engagierter Kommunist. Bis er 1937 durch "Kommunisten" in Moskau ermordet wurde. Aber alles der Reihe nach... Leon Roth war eines von mehreren Kindern in einer jüdischen Kaufmannsfamilie. Die Familie zog 1913 aus der österreich-ungarischen Stadt Rzeszow nach Berlin. Als Leon Roth achtzehn Jahre alt ist, stirbt seine Mutter. Er ist als Jugendlicher in linken Organisationen aktiv und als junger Mann im Kommunistischen Jugendverband und in der KPD. Durch sein Talent und Engagement werden ihm immer verantwortungsvollere Funktionen in den damaligen kommunistischen Strukturen zugetraut. Bald nennt er sich Leo Roth und agiert hauptsächlich unter dem konspirativen Namen "Victor/Viktor". Als 1933 die Nazis die Macht übertragen bekommen, verbieten sie umgehend die KPD und bauen ihr NS-Herrschaftssystem mit Terror und Gewalt aus. Die KPD verlagert ihre Aktivitäten in den Untergrund. Das Leben in der Illegalität ist für Kommunist:innen von ständiger Gefahr geprägt: Spitzel, Razzien, Verhaftungen, Verhöre, Misshandlungen, Todesurteile und Erschiessungen (manchmal auch ohne ein Urteil) sind an der Tagesordnung. Als Jude ist Roth noch mehr gefährdet. Von Roths umsichtiger konspirativer Arbeit als Agent und Kurier hängt oft genug nicht nur sein eigenes Leben sondern auch das vieler anderer Menschen ab. Roth wird ein bedeutender Funktionär in der illegalen Organisation der KPD. Höchst wichtige Informationen aus geheimen Quellen gibt "Viktor" an die KPD-Führung in Moskau weiter. So ist er beteiligt an der Weitergabe von Aufzeichnungen über die Rede von Adolf Hitler, die dieser am 03. Februar 1933 vor Mitgliedern der Reichswehr gehalten hat. Und es gelingt ihm, Photokopien der streng geheimen Anklageschrift im Reichstagsbrand-Prozess nach Paris zu schmuggeln. Der damalige KPD-Genosse Herbert Wehner charakterisierte Roth mit den Worten: "Seine ganze jugendliche Spannkraft, seinen enormen Drang zu revolutionärer Aktivität, seine außergewöhnliche Auffassungsgabe für politische Nuancen stellte er in den Dienst dieser Arbeit, in der er aufging." Umso tragischer ist zu bewerten, das Roth - wie unzählige andere - im Rahmen der stalinistischen "Säuberungen", auch der "Große Terror" genannt, von anderen "Kommunisten" ermordet wurde. 1936 wurde er von der nur wenig älteren Genossin Grete Wilde denunziert und daraufhin verhaftet. Am 10. November 1937 wurde Roth mit 26 Jahren zum Tode verurteilt und noch am gleichen Tag im Keller der Lubjanka (Gebäude des sowjetischen Geheimdienstes) erschossen. Grete Wilde, die eine große Rolle bei den "Stalinistischen Säuberungen" spielte, wurde im Oktober 1937 selbst Opfer des "Großen Terrors". Wegen angeblichem Fehlverhalten wurde sie, die Mutter eines zweijährigen Sohnes war, verhaftet und verurteilt. Die mehrjährige Lagerhaft hat sie nicht überlebt.
Das Porträt über Leon Roth ist das erste Buch unserer neuen Reihe "Erinnern". Leo Roth war eine wichtige Person des jüdischen und kommunistischen Widerstandes in Europa gegen den deutschen Nationalsozialismus. 

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